LIT Verlag Verlag für wissenschaftliche Literatur

 
Jia Pingwa
Geschichten vom Taibai-Berg
Moderne Geistererzählungen aus der Provinz Shaanxi. Herausgegeben und kommentiert von Andrea Riemenschnitter
Reihe: Sinologie
Bd. 2, 2009, 168 S., 18.90 EUR, br., ISBN 978-3-643-80032-9


Die Moderne als verkehrte Welt, als Anachronismus und jeglicher Vernunft bares Chaos figuriert nur als ein kleiner, unbedeutender historischer Augenblick in Jias fiktionalem Universum. Sie kann das in seinem angestammten Rhythmus pulsierende Alltagsleben der Menschen in den abgelegenen Bergen der Provinz Shaanxi vorerst nur wenig beeinflussen. Ein solches Verständnis der Moderne als lebensfremdes, höchst vergängliches, in seinen Erfolgsversprechen zutiefst zweifelhaftes Projekt, dem seit mehr als hundertfünfzig Jahren in Ost und West ebenso andächtig wie blutrünstig und ruinös geopfert wird, erscheint nicht nur in China provokativ und in höchstem Masse bedenkenswert.

Andrea Riemenschnitter

In der Lehre des Qigong gibt es die gedanklich gesteuerte Levitation von materiellen Dingen. Der Zuschauer sieht, wie die Dinge ihren Ort wechseln, wobei dieser Ortswechsel eine Funktion subjektgeleiteter geistiger Konzentration ist. Die Geschichten vom Taibai-Berg orientieren sich an diesem Verfahren des Qigong.

Jin Tushuang



Andrea Riemenschnitter ist Professorin für moderne chinesische Sprache und Literatur am Ostasiatischen Seminar der Universität Zürich. Ihre Forschung bewegt sich in den Themenbereichen von Kulturgeschichte, Regionalismus, Nationalismus und Transnational Studies mit einem besonderen Augenmerk auf Geschichtsdiskursen und kulturellen Entwürfen chinesischer Modernität in Literatur, Theater, Film und Medien.





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